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Pedanie


Pedanie

Beitragvon Foren RPG » Do 16. Jan 2014, 20:51

Für eine Sekunde stand die Uhr am Revolutionsplatz still. Für eine Sekunde war es ganz ruhig. Diese Sekunde sollte das Leben einer Handvoll Menschen für immer verändern. Dies ist ihre Geschichte.

Der Massenauflauf am Revolutionsplatz begann kreischen auseinander zu stoben als die ersten Schüsse fielen. Wer zu Boden ging auf den wurde nicht mehr viel geachtet. Wenn er nicht schon tot war wurde er zu Tode getrampelt. Eine junge Frau saß verwundet da und weinte. Ein Mann zerrte verzweifelt am toten Leib seiner Frau. Das Feuer aus den Reihen der Soldaten ging unerbittlich weiter. Immer wieder zuckten die Mündungsfeuer aus dem menschlichen Wall auf und schickten eine weitere Seele gen Himmel, oder an was auch immer man in dieser Gottverlassenen Welt glauben mochte.
Ein Pick-Up Truck bahnte sich seinen Weg durch die Menschenmassen, der Inhalt der Ladefläche durch ein Plane verdeckt. Zwei maskierte Männer stiegen aus und entfernten sie. Ein schweres Kord-MG auf einer Lafette kam zum Vorschein und eröffnete sofort das Gegenfeuer. Die Kommunisten waren also schon vorbereitet. Kein Wunder bei den Gräueltaten in den letzten Wochen.
Der Kampfeswille war bei einigen wieder geweckt und und so stürmten sie mit Pflastersteinen und teilweise sogenannten Molotowcocktails bewaffnet den Schildwall er Soldaten. Der Ansturm eines so manchen wurde aber schon frühzeitig von einer gezielten Salve zum Erliegen gebracht bevor er auch nur gefährlich werden konnte. Doch das Maschinengewehr ratterte unaufhörlich weiter und riss ein tiefes Loch in die Verteidigung. Ein präziser Schuss beendete zumindest für kurze Zeit das MG-Feuer, doch schnell war ein neuer Freiwilliger gefunden der sich hinter das Gewehr klemmte und weiter schoss...
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Re: Pedanie

Beitragvon Dark.Matter » Do 16. Jan 2014, 21:03

Am Morgen

Im Fernsehen lief der übliche Trott. Spielfilme oder gar Serien liefen so gut wie gar nicht mehr. Die Nachrichten berichteten von den neusten Demonstrationen oder Übergriffen auf Regierungstruppen. Das ganze natürlich ganz neutral... In Talkshows wurde über dies und jenes beschwert und Debatten zwischen verschiedenen Parteimitgliedern verliefen sich wie immer im nichts, wurde doch ausschließlich um den heißen Brei geredet.
Nikolai war es fast schon Leid morgens das TV-Gerät überhaupt einzuschalten doch seine Verlobte, Alexandra, interessierte es umso mehr. War es doch schließlich die Aufgabe ihres Zukünftigen die Interessen dieses ganzen Palavers zu verteidigen. Niko lächelte als sie aus dem Badezimmer kam. Sie war vielleicht etwas naiv wenn es um Politik ging doch alles andere als dumm und dazu wunderhübsch. Manchmal fragte sich Niko wie er so etwas nur verdient hatte. Er war kein besonders guter Mensch. Er hat viele Dinge getan auf die er nicht sehr stolz ist. Tschetschenien hat ihn in vielerlei Hinsicht geändert, doch vor allem hat es seinen Glauben erschüttert. „Guten Morgen Sascha!“, gab er von sich als sie sich zu ihm an den Frühstückstisch setzte. Niko war schon deutlich länger als Alexandra wach. Er schlief nicht gut. Täglich wurde von neuen Toten berichtet und die Verbrechensrate in ihrem Bezirk wuchs ständig. Erst gestern wurde bei einem ihrer Nachbarn eingebrochen. „Guten Morgen!“ antwortete sie etwas verschlafen und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dies war wirklich keine Gegend in der Niko seine geplanten Kinder aufziehen wollte. Vielleicht würde er zusammen mit Sascha irgendwann auf ein ruhiges Landgut ziehen. Die Wohnung in der sie lebten war ohnehin viel zu klein für sie beide und an Kinder war in diesem Zustand wirklich nicht zu denken. „Und was gibt es neues?“, Nikolai zappte zwischen den einzelnen Sendern hin und her bis er eine halbwegs seriös wirkende Nachrichtensendung gefunden hatte. „Das übliche.“, Nikos Antwort war kurz, schließlich lief auf jedem Sender fast das gleiche. Wer wusste wie konnte einige 'Untergrundsender' im Radio empfangen die unabhängig von den gängigen Medien berichteten aber das war es auch schon.
Nikolai hatte sein Frühstück beendet und stand vom Tisch auf. Er streckte sich erstmals und sagte dann: „Ich muss jetzt zur Arbeit. Heute wird es wieder viel zu tun geben, wir haben gleich in der Früh eine Besprechung... das heißt meist nichts Gutes.“ Alexandra fiel ihm sogleich um den Hals und küsste ihn diesmal auf den Mund. „Pass auf dich auf, ja?“ Mit einem Lächeln auf den Lippen verließ er die Wohnung. Er hatte sie wirklich nicht verdient.
Unten angekommen stieg Niko in seinen alten Lada Kalina. Kein besonders hübscher Wagen aber er erfüllte seinen Zweck: Es hatte vier Räder und brachte ihn von A nach B. Auf den Straßen zeigte sich das übliche Bild. Menschen die auf den Straßen gingen um ihren Frust mit Schildern bewaffnet und einem lauten Stimmorgan kund zu tun. Ein Unfall auf der Strecke sorgte dafür dass Niko wohl zu spät kommen würde. Mist, schon wieder!

Zentrale der OMON (Отряд мобильный особого назначения - Otrjad Mobilny Osobogo Nasnatschenija - Mobile Einheit besonderer Bestimmung)

Ivan stand vor der Tür und empfing Niko: „Wanja, schön dich zu sehen!“, begann Niko aber Ivan winkte ab. „Du solltest dich beeilen. Kravtschenko wartete schon. Besprechungsraum 2.“
Niko hetzte durch die Gänge. Vorsichtig öffnete er die Tür zu dem abgedunkelten Raum und hoffte niemand würde ihn Bemerken. Die Besprechung selbst hatte schon längst begonnen. „Ahh, Hauptmann Morosov, schön dass sie uns endlich beehren! Wäre ja nicht das erstemal das sie...“, Ruhe Major Kravtschenko, Hauptmann Morosov setzen sie sich.“ „Jawohl Oberst Krylov!“, kam es simultan von dem Hauptmann und dem Major. Kravtschenko war ein Unsympath wie er im Buche stand, er machte den anderen das Leben zur Hölle wo es nur ging, nicht aber ohne dabei den Höheren in den Arsch zu kriechen. Krylov hingegen war zu den anderen wie ein Vater der seine Kinder gut aber streng erzog. „Also wo war ich stehen geblieben? Achja. Die Roten haben sich für ihre diesjährige Demonstration den Revolutionsplatz ausgesucht, wundert wohl keinen von uns. Wir positionieren uns von der Straße die zum Roten Platz führt aus bis hin zum Stara Bashnya Restaurant. Die Anhänger der Kommunisten dürfen auf keinen Fall zum Roten Platz vormarschieren. Da wir mit heftigen Übergriffen auf uns rechnen haben wir einen Wagen mit 'Sonderausrüstung' dabei, zudem werden wir von einem BTR (Бронетранспортёр – Bronjetransportjor – gepanzerter Transporter) begleitet. Major Kravtschenko hat die Leitung über diesen Einsatz. Noch Fragen? Gut! Dann kann es losgehen.“ Alle standen auf und verabschiedeten sich mit einem Salut den Oberst. Die Fahrzeuge waren schon alle vorbereitet es wurde nurnoch die Ausrüstung angelegt und geprüft.

Ploshchad Revolyutsii / Revolutionsplatz

Die Demonstration war schon im vollen Gange als die OMON-Truppen sich in einem Bogen von Süden nach Südwesten positionierten. Ein kleiner schmächtiger Mann stand auf einem Podest inmitten der Menschenmasse und hielt eine Rede. Die gepanzerten Fahrzeuge wurden alle buhend empfangen. Dann ging alles ganz schnell. Die Wege zum Roten Platz wurden abgesperrt und somit mussten Demonstranten die aus dieser Richtung kamen schon einen beachtlichen Umweg gehen. Der Major verteilte noch die Aufgaben an die Offiziere und der Rest ging bereits in Stellung. Niko bekam die Führung über Gruppe Vier. Es war eine stressige Arbeit: Die Menschenmasse im Blick zu behalten und dennoch das Kommando über die Untergebenen haben. Noch konnten die Polizisten wenig tun. Die Demonstration verlief friedlich, so mussten immer nur wieder einzelne herausgepickt werden die gegen das Vermummungsgesetz oder ähnlichen verstießen. Doch dann schlug die Stimmung mit einem mal um. „Seht sie an die Schoßhunde unseres ach so geliebten Präsidenten! Sie sind nur hier um uns zu unterdrücken und uns unsere freie Stimme zu nehmen! Ich sage euch: DAS IST FASCHISMUS! Sie wollen doch nur dass wir alle Ja sagen. Ja, zu Unterdrückung. Ja, zu einer Diktatur die sich als Demokratie tarnt! Ja, zu....“ Die Hassrede des schmächtigen Mannes schien Wirkung zu zeigen und die Demonstranten gingen auf den Schildwall der OMON los. „Stellt diesem Idioten den Strom ab!“, Kravtschenko wetterte aus seinem Kommandofahrzeug heraus. Die Polizisten drückten die Menschen mit großer Müh und Not immer wieder zurück. Dann flog auch schon der erste Pflasterstein und knallte dumpf gegen eines der Truppenfahrzeuge. Aus diesem einen wurden viele.
Niko stand in den hinteren Reihen und musste mitansehen wie einer aus seiner Gruppe den Helm abnahm. „Was ist hier los? Warum nehmen sie den Helm ab, Soldat?“, „Hauptmann, irgendwas drückt im Helm!“, doch dann passierte auch das was passieren musste: Ein Pflasterstein knallte direkt gegen den Kopf des OMON-Polizisten. Niko packt ihm mitten im Fall um dafür zu sorgen dass er nicht auch noch mit dem Kopf am Boden aufstieß. „Ihr zwei... schafft ihn hier raus!“.
„BRANDBOMBEN!“ schallte es von einem der OMON'ler und sofort kam es zu einer Explosion in den hinteren Reihen. Die Demonstranten gingen nun wirklich radikal vor und schmissen Molotowcocktails in die Reihen der Polizisten.
Der Major schrie wütend: „Morosov, Burljuk, sofort zu mir!“ Die beiden Hauptmänner rannten sofort zu dem Wagen in dem sich Kravtschenko breitgemacht hatte „Hört mir zu: Wir haben Feuerbefehl! Das hier geht zu weit. Drei Warnschüsse und wenn dann nur ein Stein in diese Richtung fliegt...“ der Major fuhr sich mit dem Daumen über die Kehle.
„Major bei allen Ehren: Das können wir nicht tun! Unter den Demonstranten befinden sich Frauen und Kinder!“,
„Morosov! Dieser Befehl kommt von ganz oben. Stellen Sie ihn nicht in Frage!“, es kam zu einer weiteren Explosion. „Und wollen Sie zusehen wie Männer unter ihrem Kommando sterben, das hatten Sie doch schon in Tschetschenien das wegen ihrem mangelnden Willen Männer starben.“ Niko wollte schon Kravtschenko an die Kehle springen. Es wäre ein leichtes gewesen ihn das Genick dafür zu brechen. Der Major war nie in einem Krisengebiet, er kannte die Lage nicht in der Niko damals steckte und Maste sich selbst dennoch an ihn dafür zurechtzuweisen.
„Das muss ich mir nicht sagen lassen. Wenn Sie das Kommando zum Feuern geben wollen: Tun Sie es alleine! Ich verschwinde von hier.“ Niko verließ den Platz über eine Seitengasse, der Major schrie ihm noch hinterher dass er ihn dafür an die Wand stellen lässt. Doch er blendete das aus, es wäre nichteinmal seine Art gewesen seine Männer allein zu lassen. Doch wo er sich bei dem Major zurückhalten konnte siegte hier seine Wut. Er wollte nur nach Hause, über die Konsequenzen machte er sich keine Gedanken... im Moment...
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